Der B2RUN stand wieder auf dem Programm. Dieses Jahr war ich Laufbeauftragter in unserer Firma und versuchte so die letzten Wochen, den Lauf so gut es ging zu pushen. Wir brachten es auf 35 Anmeldungen aus vielen Abteilungen. Die letzten zwei Monate ging es darum, mit wöchentlichen Laufgruppen so viele Mitarbeiter wie möglich zu motivieren.

Auch Shirts gab es dieses Jahr wieder, ich war guter Dinge und freute mich riesig auf den Lauf und das Event drumrum. Am Vorabend veranstalteten wir eine Pasta-Party, bei der es aber vorrangig darum ging, sich mit den Kollegen auszutauschen und diese kennen zu lernen. Zur Party kamen etwa 15 Mitarbeiter und wir hatten viel Gesprächsstoff und leckeres Essen. Bisher war ich also zufrieden.

Mein Training beschränkte sich die letzten Wochen jedoch auf Ausdauerläufe und nur ein paar wenige Intervalle. Mir ging es um das Event an sich und den Spaß, den die Organisation und die Motivation der anderen mit sich brachte.

Unser Team vor dem Lauf

Unser Team vor dem Lauf

Es hieß einmal mehr Raceday, der Tag war endlich gekommen und ich freute mich den ganzen Nachmittag über auf den Lauf. Um 18:15 Uhr trafen wir uns, um zusammen zum Start zu gehen und den Lauf gemeinsam zu beschreiten. Wir starteten im letzten Startblock um 19:40 Uhr und hatten daher noch genügend Zeit für Fotos. Wir machten uns auf den Weg zum Olympiapark nebenan, sahen den anderen Läufern beim Start zu und feuerten sie an.

Der B2RUN hatte seine Route ein wenig verändert. Sie verlief nun nicht mehr durch den Unisport-Bereich, sondern außen herum. Ansonsten blieb alles wie gehabt. Die Stimmung war gut, es waren wie jedes Jahr viel zu viele Teilnehmer am Start, um wirklich auf Anschlag laufen zu können, aber dafür hatte man auch die gewohnt schöne Strecke durch einen der schönsten Parks der Welt.

Mit etwas Verzögerung war unser Block dann endlich an der Reihe und wir durften in den Startbereich und versuchten, uns einen möglichst guten Platz für den Start zu ergattern. Da unser Block auch gleichzeitig die Nordic Walker beherbergte, die nicht unbedingt ganz hinten bleiben wollten, war Vorsicht geboten. Überall sahen wir Stöcke um uns herum, die uns aber auch ein Stück weit motivierten. Den Letzten fressen die Hunde oder in diesem Fall die Nordic-Walking-Stöcke. Das war vor allem im engen Start- und Zielbereich gar nicht mal so ungefährlich.

Gleicher Ort, gleiche Zeit: Kurz vor dem Start auf der Brücke

Gleicher Ort, gleiche Zeit: Kurz vor dem Start auf der Brücke

Der Startschuss fiel endlich. Das Wetter war angenehm warm, vor uns zwar ein paar mehr Läufer als gehofft aber wir machten das Beste draus. Sobald wir die Startlinie überschritten hatten ging es mit großen Schritten durch die Masse, einmal links, einmal rechts, einmal untendurch. Der erste Kilometer war wie immer mehr Tanz als Lauf. Überall Menschen, überall vergeudete Zeit.

Zusammen mit Maik und Sascha ging es durch die Masse immer der unverbrauchten Luft nach. Der erste Kilometer ging gemächlich mit 04:25, danach ging es dann etwas schneller, da weniger Stau auf den Straßen war. Doch kurz vor dem Erfrischungsstand bei 3km merkte ich, dass ich nicht richtig geatmet hatte. Meine Befürchtungen wurden bestätigt und ich musste dem Seitenstechen nachgeben. Nach einem kleinen Schluck Wasser am Stand ging es aber dann wieder normal weiter. Die anderen beiden waren nicht mehr zu sehen und so rückte meine Chance, als Erster unserer Gruppe ins Ziel zu kommen, in weite Ferne. Aber es half nichts, die Masse wurde wieder dichter, da das Ende der vorherigen Gruppe erreicht war.

Es ging entlang dem Olympiasee, an der Straße Richtung Gern entlang und schon war die Abbiegung bei Kilometer 5 erreicht, die langsam den Weg ins Stadion eröffnete. Nun gab ich noch einmal Gas und quetschte mich durch die Läufer durch. Die Straße wurde den letzten halben Kilometer wieder etwas enger und endlich war das Olympiastadion erreicht. Es ging noch auf die andere Seite zum Marathontor. Eine meiner Lieblingsstellen der letzten Jahr. Auch wenn ich es beim B2RUN nicht genießen konnte, so war es doch ein tolles Gefühl, wie die Olympioniken früher durch das Tor zu laufen. Die letzen Meter und da war auch schon die Zielgerade! Das Tempo war nun noch einmal höher als vorher und ich sprintete dem Ziel entgegen. Mir war klar, dass ich mein Ziel von unter 26 Minuten nicht erreicht hatte, war jedoch auch mit 26:29 Minuten zufrieden. Bestzeit!

Die Mannschaft nach einem Bier glücklich im Ziel

Die Mannschaft nach einem Bier glücklich im Ziel

Kurz vor mir sah ich dann auch wieder Maik und Sascha, die beiden hatten es knapp unter 26 Minuten geschafft! Wir gingen zufrieden und zielstrebig zum Bierstand, sahnten unterwegs noch bei den Mädels die Medaillen ab, die in diesem Jahr hässlicher kaum hätten sein können. Aber was solls, dann verschwindet sie eben hinter anderen ihrer Art.

Wir stellten uns an die Zielgerade und feuerten die restliche Truppe von uns an. Als alle im Ziel waren trafen wir uns im Stadion, tranken noch ein Bier und quatschten ein Bisschen.

Um den Abend noch ein wenig zu feiern, ging es dann wieder in die Arbeit und der Bierkühlschrank wurde an seine Grenzen gebracht.

Für ich hat sich das Event wie immer gelohnt. Eine tolle Veranstaltung, die die unterschiedlichsten Menschen zusammen bringt und viele zum Sport motiviert, die sonst vielleicht auf der Couch gelegen hätten. Mein Job war vorerst getan, auch wenn ich die Laufgruppen so gut es geht am Leben halten werde. Und vielleicht treffe ich ja den ein oder anderen im Oktober beim München Marathon wieder!